Schlagwort: 1891

Edisons verbesserter Phonograph, 1891

wird jetzt in Amerika benutzt, um direkt Krankengeschichten aufzuzeichnen, die dann in bekannter Weise auf dem Wachszylinder aufgezeichnet sind und beliebig oft reproduziert werden können.

Ja, der Phongraph wird verwendet, um das ganze Menü, das der Oberarzt den Kranken bei den Pflegern bestimmt, aufzunehmen und wiederzugeben.

Es wird aber gebeten, recht deutlich zu sprechen, damit nicht ein auf strenge Diät gesetzter Kranker – überfüttert werde.

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Mitteilungen zum Grammophon, 1891

Den Lesern, welchen unseren Mitteilungen über das Grammophon gefolgt sind, wird vielleicht die Nachricht willkommen sein, daß die Grammophon-Spielwaren-Fabrik von Kämmer, Reinhardt & Co zu Waltershausen (Thüringen) kleine Grammophone zu 18 bis 20 Mark, sowie sprechende Puppen in den Handel bringt, welche für Auswechslung der Platten eingerichtet sind.

Auch errichtet sie Agenturen, in welchen Kinder oder deren Angehörige ihre Stimme aufnehmen lassen können. So wären denn die Lautwiedergabe-Apparate endlich in die Praxis getreten und jedem für ein Billiges die Möglichkeit gegeben, hoffentlich recht geistreiche Aussprüche zu verewigen.

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Das Einimpfen der Kuhblattern, 1891

Die Aufsehen erregende Erfindung Dr. Koch´s lenkt die Aufmerksamkeit auf das vorbildliche Verfahren, das Einimpfen von Kuhblattern als Mittel gegen die Pockenkrankheit.

Das Übertragen von Menschenblattern von einem Individuum auf das andere ist im Oriente eine uralte Kunst, in Europa führte es erst Lady Montague 1718 ein. Doch kam man allmählich wieder davon ab, weil ansteckende Krankheiten dadurch von Einem zum anderen mit Leichtigkeit verbreitet wurden. Der englische Arzt Jenner machte die Entdeckung des Vorzugs der Kuhlymphe im Jahre 1775 und impfte mit derselben zum ersten Male am 14. Mai 1796.

Doch schon lange vor ihm sind – holsteinische Bauern auf denselben Gedanken gekommen. Sie hatten die Beobachtung gemacht, daß Mägde, die beim Melken von den Kuhpocken angesteckt wurden, wenn sie zufällig eine leichte Verletzung an den Fingern hatten, nach einem gelinden Fieber die Blattern nur in geringem Maße bekamen, und dann gegen die Ansteckung von Menschenblattern gesichert waren.
Es existierten im Holsteinischen einzelne Familien, in denen schon einige Generationen hindurch, seit 1796, diese Sicherung sich wiederholt hatte. Ja, ein Lehrer in der Probstei, namens Plett, impfte mit Absicht einigen Personen die Pocken der Kühe ein.
Diese Tatsache war dem Kieler Leibarzte Weber bekannt geworden, aber er verfolgte die Erfindung nicht weiter. D.

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Grabbe und das Lotterielos, 1891

Der Dichter Grabbe bekam einst von einem Hamburger Kollekteur ein Lotterielos zugesandt, das, wie Letzterer in seinem Schreiben behauptete, „unbedingt“ mit einem Gewinn gezogen werden würde, und dann hieß es weiter: „Aus diesem Grunde senden wir Ihnen das Los Nr. 2226 anbei und ersuchen Sie, da die Ziehung binnen 14 Tagen bereits ihren Anfang nimmt, uns umgehend den Betrag, aber, im Falle Sie Ihr Glück von der Hand weisen, das Los selbst zurückschicken zu wollen.“

Grabbe erwiderte darauf sogleich: „Ihr Los, auf welches „unbedingt“ ein sicherer Gewinn in Aussicht gestellt wird, behalte ich. Zur Ersparung von Porto für Geldsendungen ersuche ich Sie, die Summe, die das Los kostet, von dem „sicheren Gewinne“ abzuziehen und den Überfluß gefälligst auf hier anweisen zu wollen. Sollte das Los jedoch durchfallen, so betrachten Sie den Verlust als Strafe für Ihren Aberglauben.“

 Siehe auch: Christian Dietrich Grabbe in Detmold

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Der Bacillus in Briefmarken, 1891

Professor Mario Semmola
Prof. Mario Semmola

Das ist das Neueste auf dem Gebiete der Mikroben, die nachgerade das ganze Universum bedrohen.

Der Gelehrte, welcher in den Briefmarken Bacillen entdeckt hat, ist der italienische Professor Mario Semmola. Außer dem Papiergelde soll die Briefmarke besonders geeignet sein, die Mikroben in die fernsten Gegenden zu verpflanzen. Für gefährlich erachtet Semmola namentlich solche Marken, die mit der Zunge an einer Ecke befeuchtet und zur Antwort beigelegt werden, weil, wenn man sich derselben bedient, sehr leicht eine direkte Verpflanzung des Bacillus erfolgt.

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Ein Blick auf Industrie und Handel, 1891

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Beginnend mit den Handelsverträgen, welche Deutschland als Zollvereinsstaat in den 1860er Jahren mit England und Frankreich abschloß, gelangte es zu einer auffälligen und stetigen Entwicklungvon Handel, Industrie und Gewerbe. Der Krieg von 1866 änderte daran so gut wie gar nichts. Anders der große Krieg von 1870 mit seinen mächtigen politischen und militärischen Erfolgen. Nach seiner Beendigung strengte die Industrie sich übermäßig an; denn es floß durch die französische Kriegsentschädigung enorm viel Geld ins Land; dies kam zunächst dem Geldmarkt zugute,… Read more.

Exzentrische Frauen, 1891

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Man hört so oft und so viel von exzentrischen Frauen sprechen, daß es sich wohl der Mühe lohnt, dieser, wie es heißt, alltäglichen Erscheinung etwas näher zu treten. Natürlich lohnt sich da zunächst die Frage, was unter "exzentrisch" zu verstehen sei: "Aus dem geistigen Mittelpunkte getreten sein und sich durch Handlungen bemerkbar machen, welche durch ihre Seltsamkeit und Außergewöhnlichkeit überraschen, ja befremden."Im Grunde genommen, sind alle Frauen mehr oder weniger exzentrisch, allein die Exzentrizität wird zumeist als eine Eigenschaft der Engländerinnen… Read more.